Franken für Amman

Nachtrag 3. Rallyetag

Posted by Administrator (admin) on 06 May 2009
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Das erste Weckgeräusch um 6.00 lies uns alle noch etwas müde und zerknautscht die Augen öffnen.
Trotzdem nahm der Tag seinen Lauf....
Noch unfähig eine gemeinsame Basis zu finden, gab uns die Natur einen Wink - Zeckenalarm in der Franken-für-Amman-WG. Paarweises Absuchen der gefährdeten Körperpartien bringt etwas Abwechslung in die leicht angespannte Stimmung.
Kurz nach sieben starten wir ins Zentrum von Szeged, um vorm Losfahren unsere Tagesaufgaben zu erledigen. Die anfängliche Orientierungslosigkeit wird durch einen Geistesblitz weggefegt: Ein Hotel soll uns mit einer Zeitung und hilfbereitem Personal weiterhelfen. Nach kurzen Anlaufschwierigkeiten stehen wir mit der Tageszeitung vom Kiosk gegenüber in der Lounge des Novotels. Die charmante Rezeptionsdame macht sich unbeeindruckt von unseren Wünschen an die Arbeit und übersetzt die drei Schlagzeilen aus der Tageszeitung. Tagesaufgabe erledigt!
Voller Euphorie konfrontieren wir sie mit Textzeilen der ungarischen Nationlhymne. Schnell konnte geklärt werden, das nur die erste Strophe der Hymnus als Ungarische Nationlhymne dient. Auf Nachfragen zu Noten oder gar einer Partitur für die jordanische Kapelle reagiert sie etwas hilflos. Doch unsere Beharrlichkeit zahlt sich aus. Sie ruft eine adrette junge Kollegin zur Hilfe, die nach einer kurzen Erklärung auf Ungarisch schnell den Hotelrechner ansteuert und uns blitzartig alles was wir brauchen aus dem Netz saugt! Nach einem kurzem Erinnerungsfoto verlassen wir die Hottellobby, etwas enttäuscht, den örtlichen Kapellmeister nicht persönlich kennengelernt zu haben
und kein antikes Notenblatt in Händen zu halten.
Aber was soll die romatische Träumerei, Ungarn ist im 21. Jh angekommen und wir wissen was es heisst 666 km durch Osteuropa zu reiten.
Hochmotiviert machen wir uns auf den Weg Richtung Rumänien.Nach einem reibungslosen Grenzübertritt treffen wir erstmals ein anderes Ralleyteam Team die Nr 64. Die vier Jungs mit ihrem BMW730 und AUDI V8 belächeln uns etwas wegen unserer "Basismotorisierung", Scherze über Klimaanlage und Sitzheizung runden das Gespräch ab.
Wir haben Wichtigeres vor: Zählt die rumänische Strassengebühr nun als Maut oder nicht? Nachdem alle Zweifel ausgeräumt sind und die Vignetten für 4 EUR an den Scheiben kleben nehmen wir Rumänien unter die Räder. Bis in die Karpaten kleben sie an unseren Stossstangen und folgen unserem hohem Reisetempo. In den Bergen kann unsere sichlich gefestigte Teamleistung die fehlende Motorenleistung nicht mehr wegmachen, also lassen wir sie ziehen.
Bei allen im Team hat das Rallyevirus zugeschlagen!
Wir fressen einfach Kilometer, die anfänglichen Sticheleien sind wie weggeblassen. Die einfachen Verhältisse zeigen uns wie gut wir es haben, obwohl wir 14 Stunden am Lenkrad schwitzen. Nebenbei leistet Edgar noch 2 Teams Hilfe mit ihren Autos, einmal durch Handauflegen, beim zweitenmal durch den Hinweis das die Verwendung der Heizung die Kühlleistung erhöht! Wir schwitzen schließlich auch seit Österreich.
Der rumänische Teil unserer Tagesetappe verlangt Fahrern und Material so einiges ab, auf den ersten hunderten Kilometern gibt es nur richtig schlechte Strassen oder Baustellen. Ein Wahnsinn, was dort gebaut wird, viel mit einspuriger Ampelregelung und wenig Möglichkeiten, mal ein bißchen Strecke zu machen...
Wir queren die Karparten, in ganz Rumänien ist kein wirklich gutes Wetter, die Straßen werden erst ab Craiova besser.
Wie jeden Abend wird es wieder sehr spät, gerade, wenn man denkt, jetzt kann man mal etwas früher die Zelte aufbauen, passiert wieder etwas, was unseren Feierabendzeitpunkt weiter nach hinten verrutscht. Heute ist es die vergebliche Suche nach einem Campingplatz bei Giurgiu, der Grenzstadt nach Bulgarien. In der Karte ist einer eingezeichnet, uns sehnt es sehr nach einer Dusche, und Grillfleisch fahren wir auch schon seit geraumer Zeit mit uns rum. Aber unsere Hoffnungen werden enttäuscht, keiner weiss was von einem Campingplatz und allein finden wir ihn nicht ohne genauen Stadtplan.
Also entscheiden wir uns, noch über die Donau und somit über die Grenze nach Bulgarien zu fahren. Grenzübertritt war völlig problemlos, bloss einiges Hin und Her mit einer Vignette, mehrmaliges Rumsuchen mit den Autos an mehreren Tankstellen, alles ist merkwürdig dunkel und leer, es scheint gar keine richtige Stadt zu geben?! Wir fahren letztendlich an Ruse vorbei und nehmen den erstbesten Wildcamp-Platz, der auch der beste der gesamten Rallye ist. Um 22:00 bauen wir unsere 3 Zelte und den Grill auf, wir haben uns schon den ganzen Tag über unsere Funkgeräte heiss auf das Grillfleisch gemacht. Nach dem leckeren Abendessen verzieht sich das Team in die Schlafsäcke, Ralf hält die Stellung und schreibt noch Tagebuch im Schein seiner genialen wohnzimmertauglichen Heckleuchten-Lampe Marke Eigenbau.

Last changed: 06 May 2009 at 20:07

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