| Franken für Amman | |||||||||
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Den soll ja kürzlich unser Papst (naja , sagen wir mal der Papst) zur Pilgerstätte erklärt haben. Gut, das hätten wir dann schon mal geschafft. Am Eingang gibt’s Missstimmungen, Sara von Pella Tours ist noch nicht da, die Angestellten/Ticketverkäufer wissen von der Rallye Bescheid, weigern sich aber, uns reinzulassen, ohne uns nochmals das Eintrittsgeld von einem Dinar abzuknöpfen. Mistig, wir warten erst und gehen dann irgendwann auf eigene Kasse rein, denn wir wollen die restliche Zeit lieber am Toten Meer verbringen als hier auf diesem Berg in der jetzt-schon-Hitze zu warten. Im Areal gibt’s ein kleines Museum, ein paar Mosaike, viele Ausgrabungen sind gerade "Work Area" und am Aussichtspunkt soll man bis Jericho und Jerusalem sehen können, an einem schönen Tag. Wir haben keinen "schönen" Tag, es ist diesig, oder ist das alles Sand in der Luft??? Man sieht jedenfalls eigentlich gar nichts. Naja, also weiter zum Toten Meer, weiß ja eh kein Mensch, ob jetzt Moses wirklich hier oben irgendwo begraben ist. Nach nur einer knappen halben Stunde kommen wir am Toten Meer an, wir suchen erstmal die Hotelanlage des "Dead Sea Spa Hotels", denn da haben wir freien Eintritt und Mittagessen. Sofort runter an den Strand, der gar nicht so salzverkrustet ist, wie ich mir das vorgestellt habe. Überall treiben schon Rallyemenschen rum, an der Wasserkante werden manche gerade mit einem schwarzen Lehmbabsch eingeschmiert. Es ist absolut lustig, so im Wasser dahinzutreiben, aber für Leute wie mich ist es auch gefährlich: Rumplanschen wird schwerstens bestraft, und zwar durch das Tote Meer selbst. Kaum hat man was in den Augen, geht das Geheule los.... Wir schießen die versprochenen Bilder für die .rcn, fingern ein paar Salzsteine vom Grund hoch (gar nicht so einfach, wenn ständig die Füße in die Luft schnellen) und machen uns dann hoch zu den unsalzigen Pools. Die Mädels okkupieren die Liegen, die Jungs die Bierbar und Edgar und ich toben uns mit Floh und Norbert an der Rutsche aus. Irgendwann kommt dann doch der Hunger, also ziehen wir uns um und stürzen uns wieder mal ans Buffet, es wird immer internationaler, jetzt gibt’s sogar schon Nudeln mit Bolognese... Brr... Das Nachtischbuffet ist aber gewohnt lecker, spätestens da wird man dann immer richtig satt. Um 3 sollte Abfahrt im Konvoi zur Käserei sein. Warten wollten wir aber nicht so lange, also haben wir uns den Weg erklären lassen und sind mit Grobi noch ein bisschen an der Küste entlang gefahren, in der Hoffnung, diese salzverkrusteten Ufer zu finden. Haben wir dann auch, ein 10-Minuten-Abstieg am Steilufer und schon waren wir in der sengenden Sonne wie an einem eisverzierten Seenrand! Sieht das abgefahren aus! Wir sammeln noch loses Salz, größere Steine und Platten und machen einen Haufen Bilder, dann müssen wir schleunigst zusehen, dass wir wieder hoch kommen, wir haben kein Wasser mit runter genommen, und hier unten brät man so vor sich hin. Die Strecke zur Käserei war kein Spaß, bis zum Flughafen war ja alles ganz locker, unterwegs haben wir am Straßenrand immer mal wieder mit Teams gehalten, die den Konvoi auch nicht gefahren sind. Am Highway vom Flughafen nach Amman sammeln sich dann so einige Rallyeautos, und dann ging die Verwirrung los, jeder hat keine oder andere Infos, wir probieren mal hier und mal da, immer kommen uns wieder welche entgegen. Sakher ist wohl nicht zu erreichen, leichte Unwissenheit, mitten in der Wüste hinter dem Flughafen. Edgar will noch mal zurück zum Abzweig und die andere Strecke probieren, also verlassen wir den Konvoi. Unser Weg war auch nicht richtig, manche Soldaten am Wegesrand können einem was sagen, aber meist nur bis zum nächsten Abbieger. Wir fahren wieder zurück zum Konvoi. Der ist natürlich weg. Also weiter, denn entgegen gekommen ist uns ja auch keiner. Nachdem wir über 20 Kilometer weit alleine in die Wüste gefahren sind, an unzähligen Abzweigern vorbei, wissen wir auch nicht weiter. Der Sprit ist fast leer, der Ersatzkanister bei Chris drin... Wir rufen Ralf an, am Anfang klappt der Empfang noch, aber Ralf weiß nicht mehr, wo sie langgefahren sind, er ist noch in einer Gruppe, sie sind aber auch noch nicht bei der Käserei. Dann kein Empfang mehr. Wir bleiben einfach mal mitten auf der Straße stehen und suchen den Horizont ab. Gar nicht so leicht, weil sich hier eine Hügelwelle an die andere reiht. Dann, innerhalb von einer Minute, kommt Hilfe von zwei Seiten: In der Richtung, aus der wir gekommen sind, sehen wir Staubwolken, die von mehr als einem Auto stammen müssen und näherkommen, gleichzeitig kommt ein fetter Geländewagen entgegen, der uns weiter winkt, ja, wir wären auf dem richtigen Weg zur Käserei, noch etwa "5 minutes". Wir warten noch, bis der Konvoi aufschließt (auch einer ohne Polizeibegleitung), dann fahren wir die "5 minutes", die bei einem Konvoi mit Rallyeautos auch locker mal 10 oder 15 Minuten sind. Endlich sind wir da, als wir schon von weitem ein ummauertes Areal sehen, mitten im Nichts. Ich bin genervt, wo waren heute all die Polizeistreifen, die in den letzten Tagen an den unsinnigsten Stellen rumgestanden waren? Es haben so viele Teams viel Zeit gebraucht, die Käserei zu finden, kein Schild, kein Hinweis, nichts... Jetzt wird es natürlich gescheit knapp mit dem Ausräumen, gerade, wo wir so viel Gerödel haben. Die ersten der 7 Busse fahren schon vollgefüllt Richtung Hotel ab. Chris und Bettina sind schon lang fertig, Ralf und Marion sind kurz vor uns gekommen, kommen aber auch ins Schlingern, als der Bus, in dem ihr Gepäck ist, abfährt, als sie ihren Baum eingraben. Halb so wild, Chris und Bettina sitzen ja in dem Bus. Leider gibt’s deswegen auch kein Photo mit dem ganzen Team vor den Autos oder den Bäumchen, auch die Besichtigung der Käserei wird in Sekundenschnelle abgehandelt. Alles wird sehr hektisch, am Ende sitzen wir im letzten Bus, die riesige Metallkiste im Mittelgang und das restliche Gepäck der "späten" Teams auf den Sitzen verteilt. Zum Glück haben wir alles reingebracht, verabschiedet habe ich mich leider nicht mehr richtig von Grobi. Das Zelt, Campingstühle, Kindersachen, Wasserkanister, Werkzeug und vieles mehr haben wir dort gelassen, es wird unter der Aufsicht des OK verteilt werden bzw. die Campingausrüstung für das entstehende Jugendcamp genutzt. Wir fahren im Bus der untergehenden Sonne entgegen, die Wüste ist in rotes Licht getaucht, das entschädigt ein wenig für das unschöne Ende der Rallye. Auch der Bus gibt auf der schmalen Wüstenstraße und den Pisten alles: sehr vertrauenswürdig hören sich die Geräusche hinten nicht an , aber schließlich sind wir mit unseren 3er Golfs insgesamt 6800 Kilometer gefahren, unter teilweise erschwerten Bedingungen, dann werden wir es die letzten 40 Kilometer zum Golden Tulip Hotel in der Nähe des Flughafens auch schaffen! Gegen acht Uhr kommen wir am Hotel an, bis wir mit ähnlichem Aufzugchaos wie im Royal in unserem Zimmer sind, ist es halb 9. Um halb 9 soll auch das Abendessen und die Farewell-Party im Garten des Hotels beginnen, dennoch entschließen wir uns, kurz noch den Staub der Wüste runterzuduschen, bevor wir uns auf die festlich geschmückte Terrasse begeben. Glücklicherweise sind am Tisch unseres Teams noch 2 Plätze frei, es gibt Fleisch en masse, die Spieße direkt vom Grill runter, die Männer sind glücklich ;-) Die Musik ist wieder mal ohrenbetäubend, es tritt eine Bauchtänzerin auf, der Abend wird zunehmend lustiger und entspannter. Wir feiern mit den Acht Eiern, den Bahnhöflern, den Styrian Bustards und noch so vielen anderen. Der Polizeichef will ständig mit uns tanzen, am späteren Abend (oder früheren Morgen?) wird die Musik auf sein Kommando nur nicht abgebrochen, wenn wieder jemand mit ihm tanzt, vorzugsweise die Frauen. Kleine Happenings sind auch immer wieder die nassen Füße: Quer durch die Terrasse läuft ein kleiner Kanal, vielleicht 30 cm breit und 20 tief. Ich weiß nicht, wie viele da rein getreten sind, ich auf jeden Fall, auch der Polizeichef mit Lederschuhen... Sehr spaßig, auch als mehrere im Springbrunnen baden gingen, der erste unfreiwillig mit dem Stuhl umgekippt, Nummer zwei und drei offensichtlich freiwillig mit ihren Drinks und Nummer 4 wurde von ihrem Teamkollegen versenkt... Der Abend war lang und lustig, doch gegen 3/halb 4 kam ein wichtiger Mensch in Hoteluniform angerannt, rief arabisch, und danach konnte auch der Polizeichef keine Lieder mehr aus den DJs rauskitzeln... Last changed: 23 May 2009 at 11:05 ZurückKommentareKommentieren |
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