| Franken für Amman | |||||||||
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Yalla! Yalla! Wir werden durch Geschrei und ein heftiges Geklapper geweckt. Ich bin erst völlig verwirrt, man kann nicht aus dem Zelt rausschauen, es ist mir komplett unklar, was da draußen passiert. Kurzer Blick auf die Uhr: 7:00 Uhr, das heisst, nach 3 Stunden Schlaf waren wir wahrscheinlich gerade alle im Tiefschlaf, als wir durch das unbestimmte Getöse geweckt werden. Mein Herz klopft, hektisch schlüpfen wir innerhalb von Sekunden in unsere Klamotten und fallen aus dem Zelt, bereit, sofort alles abzubauen und zu flüchten. Doch der Bauer, der mit seinem Eselskarren vorbei wollte, hat es in der Zwischenzeit geschafft und ist schon aus dem Blickfeld. Philipp und Rainer mußten in Unterhosen ihre Feldbetten wegtragen, dann ist der Bauer hinter unseren Zelten vorbei. Deshalb kam es uns vor, als würde etwas durch unser Zelt stürmen... Was muß in dem Bauern vorgegangen sein, als er frühmorgens auf "seinem" Feldweg eine Gruppe Blechnomaden vorfindet. Er wird sich sicherlich mit einer Erklärung für dieses Phänomen schwertun. Wir machen noch ein kurzes Nutellabrotfrühstück, werden wieder mit großen Augen von dem zweiten vorbeikommenden Pferdefuhrwerk bestaunt, dann machen wir uns auf in Richtung Palmyra. Das Navigieren in Syrien ist echtes Navigieren: Jetzt kommt uns das bisherige Zurechtfinden wie ein Kinderspiel vor, in Syrien sind die Schilder mit lateinischer Schrift oft spärlich, dazwischen ist immer Navigieren nach Sonnenstand angesagt. Dementsprechend verfahren wir uns recht häufig und verplempern damit Zeit und Nerven... In Homs ist es bisher am schwierigsten, weil wir eine Bank brauchen und danach dringend tanken müssen. Irgendwann halten wir an einem kleinen Laden, wo uns sehr hilfsbereit angeboten wird, dass ein Syrer Chris in seinem Auto mit in die Innenstadt nimmt und die beiden dort Geld holen gehen. Danach läuft alles gut, eine halbe Stunde später fahren wir in die Wüste ein: 200 km "Racetrack" mit grandioser Landschaft, eine schnurgerade Straße, in der Ferne die Gebirgsketten, rechterhand wird eine neue Piste geschoben, obwohl doch kaum Fahrzeuge unterwegs sind. Die Fahrt ist recht spaßig, das Betonband führt immer wieder über Hügel und Wellen, was und bei Tempo 160 sogar zwei kleine Hüpfer beschert, es ist wie Achterbahn ohne Kurven. Die Kurven drehen wir dann auf einem sandigen Parkplatz, wir kosten aus, richtig spielen zu können. Gegen 15:00 kommen wir in der Oasenstadt Pamyra an, um einen ersten Überblick zu bekommen, biegen wir gleich mal zu der Zitadelle ab, einer Festung auf einem Berg hoch über Palmyra, mit einem beeindruckendem Blick über die Wüste, die Oase und die Ruinen der alten Stadt. Wir machen uns auf, den Garten Kathans zu finden, in dem wir unsere nächste Aufgabe zu lösen haben. Nach kurzem Anlauf entdecken wir die kleine Gasse, die uns zwischen hohen Lehmmauern zu dem verborgenen Paradiesgarten führt. Wir werden schon vom Besitzer Kathan erwartet, entgegen der Anweisung vom OK werden wir von ihm genötigt, unsere Autos direkt beim Garten in einer Seitengasse zu parken. Er meinte, es sei definitiv viel zu weit zu laufen, wenn wir die ganze Gasse wieder raus fahren und aussen parken. Wir treten ein in ein kleines Paradies und als sich das bunt bemalte Blechtor hinter uns schließt, umgibt uns eine wunderschöne Ruhe, Vögel singen und der Wind fängt sich in den Wedeln der Dattelpalmen. Wir laufen zunächst durch den Garten zum Aussichtsturm, in etwa 6 Etagen geht es auf eine Höhe, die einen über alle Palmen drüberschauen läßt, in der Ferne die hochaufragende Zitadelle und die Ruinen. Wir müssen anderthalb mal hoch, als der erste oben ist, muss der letzte nochmal ein paar Etagen runter, da die Aufgabe war, von oben ein Bild mit der Rallye-Einwegkamara zu machen. Wir sind schon immer etwas zerstreut, vergessen unseren Krempel und schauen gern etwas planlos umher... Aber verloren haben wir zum Glück noch nichts. Nach der Kletterei auf dem Turm lädt uns Kathan auf einen Chai ein, in großer Runde sitzen wir mit anderen Teams und dem OK zusammen, genießen die Gemütlichkeit und Gastfreundschaft von Kathan, er bietet uns den leckersten Tee an, den wir bisher getrunken haben. Dazu eigene Oliven und Datteln, der "Paradiesgarten" hat seinen Namen verdient. Nach einer Stunde verlassen wir den Ort der Ruhe, um uns noch die Tempel und Säulengänge anzuschauen. Wir streifen durch die Ruinen, fast unvorstellbar, wie dies alles vor fast 2000 Jahren ausgesehen haben mag. Gigantisch, wir sind beeindruckt von der Mächtigkeit und Schönheit der damaligen Baukunst. Bei einem wunderschönen Abendlicht und Sonnenuntergang machen wir noch Bilder, jetzt strahlen die hellen Steine erst richtig. Dann finden wir den offiziellen Campingplatz direkt unterhalb des antiken Tempels und quartieren uns dort ein, wie gewohnt teilen wir uns das Nachtlager mit den Acht Eiern, die ja eigentlich 12 Eier sind... Oder besser 6 Köpfe. Abendessen vorne im Restaurant des Campingplatzes, ins Zelt verkriechen wir uns wieder in der gewohnten Reihenfolge... Strecke: Iskenderun (TR) - Grenze Syrien (SYR) - Bab el Hawa - Idlib - Homs - Palmyra (650km)
Last changed: 22 May 2009 at 23:08 ZurückKommentareKommentieren |
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