Franken für Amman

Nachtrag: der letzte Rallyetag und erste in Jordanien

Posted by Administrator (admin) on 21 May 2009
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...Aber wir hatten die Ansage, um 9:00 an der syrisch-jordanischen Grenze zu sein. Haben wir auch fast geschafft, es trudeln immer mehr Teams ein, und nach ein bißchen Anstehen und Quatschen kommen wir aus Syrien raus und rein in das Land, das uns schon auf den ersten Metern zeigt, dass wir wirklich Gäste des jordanischen Königshauses sind: Überbordende Freundlichkeit, fast kein Papierkram mehr, unsere Pässe werden uns dann auf den großen Parkplatz hinterhergetragen, wo wir schon mit anderen Teams zusammenstehen. Die Fanreisenden (hauptsächlich Frauen und Freundinnen von Rallyefahrern) erwarten die Teams mit Transparenten und es herrscht eine ausgelassene Stimmung mitten an der Grenze.

Von der Grenze aus fahren wir unter den sehr sorgsamen Augen von dutzenden Polizeiautos ca. 40 km zur letzten Prüfung der Rallye: die Wüstenprüfung!!! Wir sind sehr gespannt, was uns dort erwartet. Die meterhohen Sandstaubwolken, die man schon von Kilometern Entfernung sieht, läßt die Augen unserer Männer glänzen!

Dort angekommen, geben wir unser Lösungs- und das Tagebuch ab, die Bäumchen werden auf Unversehrtheit überprüft und wir händigen das Hörgerät aus, das das Team Lauschangriff in den nächsten Tagen armen Kindern anpassen wird.

Dann die Wüstenprüfung: Vorher dürfen wir einige Runden auf dem "Vorplatz" üben (was ja bei uns keiner braucht, aber Spass machts trotzdem...), dann geht es an die Prüfung: Etwa 2 km schnurgerade auf das "Wendepunkt"-Auto zu, dieses umrunden, die 2 km zurück und am Ende kurz vorm Ziel noch eine Acht um aufgestellte Pylonen fahren. Hört sich ja eigentlich gar nicht so schwierig an, aber das Problem ist die Sicht und dass wir das Ganze ja mit allen drei Autos gleichzeitig fahren müssen! Die Wüste ist hier eine sehr feste, relativ glatte "Platte" mit feinem Sand darauf. Dieser fliegt einige Meter hoch, wenn er denn von hunderten verrückten Fahrern aufgewirbelt wird... Wenn wir mit dem Bildern soweit sind, könnt ihr sehen, was wir gemeint haben...

Wir meistern die Aufgabe so grandios, dass wir ziemlich schnell sind und uns zumindest die Karren nicht zusammengeschossen haben :-) Die Zeit bekommen wir nicht verraten, aber gefühlt waren wir sauschnell!

Danach kommt der richtig fiese Teil, nämlich die Piste zu unserem ersten Wüstencamp bei Azraq im Osten des Landes. Keiner wußte, wie lang die Strecke wirklich war, aber für viele war sie zu lang: mehrere aufgerissene Ölwannen und sonstige Blessuren an den Boliden. Das ganze Ausmaß der Vernichtung (teils herbeigeführt, meist ungewollt) zeigt sich am Abend auf dem Parkplatz vor dem Azraq Resthouse, wo das Wüstenlager in riesigen Großraumzelten mit Matratzen aufgeschlagen wurde. Schon beim Spielen bei der Wüstenprüfung hat sich ein BMW überschlagen, bei vielen anderen Blechschäden (man hat halt auch so gar nichts gesehen in dieser Staubwand!), Auspüffe, Ölwannen, Stoßstangen, und und und.

Bei uns gibt’s zu vermelden: 5! Reifenplatten (4x Elmo, 1x Bibo) und in der Ortschaft am Ende der Piste noch Elmos hintere Seitenscheibe, die leider durch Steinwürfe von Kindern zersplittert ist. Zum Glück ist nicht Ernsteres passiert, aber es stimmt wütend und nachdenklich, waren wir doch auch nicht die einzigen, denen Scheiben eingeschmissen wurden...

Abends dann ein riesiges Buffet und die obligatorischen Bierdosen für viel Geld (3-4 Dinar/Dose, ist ca. 1:1 zum Euro), Tanzdarbietungen und die ohrenbetäubende Musik, die uns noch an vielen Abenden begleiten soll, aber das wußten wir damals ja noch nicht... An diesem Tag haben wir uns gedacht, was es für ein Kulturschock für die "Nachgereisten" sein mußte, diese 3 Stunden durch die Steinwüste in sengender Hitze, alle paar Kilometer stehen verreckte Autos oder sie werden im Staub repariert, noch dazu scheinen wir hier nah dran am Ende der Welt zu sein...

Absolut geschafft fallen wir selbst im 30-Mann-Zelt (zugegeben: waren gar nicht alle Matratzen belegt...) in einen tonnenschweren Schlaf.

Last changed: 22 May 2009 at 22:44

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