| Franken für Amman | |||||||||
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Vor dem Frühstück noch ein kurzer Rundgang über den Parkplatz hinter dem Camp, was man gestern in der Dämmerung nicht mehr sehen konnte, offenbart sich jetzt im Sonnenlicht: Was beim Start in Oberstaufen noch hübsch poliert war, verfällt zunehmends, in der härtesten Etappe der ganzen Fahrt gestern haben doch so einige Autos Federn lassen müssen. Nach der Stärkung mit Hummus, Fladenbrot, komischen Eiern und Schmierkäse bricht das Team Nr. 27 auf, heute erstmals teil-getrennt, Marion und Ralf sind schon weg, als Grobi und Bibo in der heissen jordanischen Sonne sich ihren Weg Richtung Süden suchen. Bis zum Wadi Rum sind es gute 400 km, davon ungefähr 395 km durch die Steinwüste und 5 km durch das Wüstenstädtchen Ma’an ;-) Die Straßen sind fast leer, bei einem Spritpreis von unter 0,50 Euro pro Liter macht es hier wieder richtig Spaß, aus den Autos alles rauszukitzeln... Ca. 50 km vor Aqaba am Roten Meer verlassen wir den Desert Highway in das Wadi al-Hizwa, von dem dann das berühmte Wadi Rum abzweigt. Nachdem am Eingang des Naturparks noch keiner ist (haben wir wirklich alle überholt???) lassen wir uns den Weg zum 1000-Sterne-Wüstencamp erklären und kommen dort nach ein paar Minuten wirklich als zweites Rallyeteam an. Schade, in so manchen Zeitwertungen wären wir nicht schlecht gewesen, trotz absoluter Basismotorisierung... Wir nutzen die Gunst der Stunde und besetzen sofort die Duschen des Camps, in dem sich zu diesem Zeitpunkt nur französische Tagesgäste und eine deutsche Rolli-Reisegruppe aufhalten. Die erste Dusche nach Damaskus macht aus uns neue Menschen, jetzt haben wir auch Zeit, das Camp zu bestaunen: eine riesige Feuerstelle in der Mitte, darum im Halbkreis halboffene Beduinenzelte mit Sofabänken, auf der anderen Seite schließt sich eine riesige "Zeltstadt" an, die ein bißchen wie ein römisches Legionärslager aussieht: Lauter weisse, kleine Zelte, alle akkurat in Reihen aufgestellt. Am Rand dann die schon von gestern bekannten Großraum-Zelte mit Matratzenlagern. In uns keimt die Vorahnung, dass wir wohl die Krieger sind und nicht die Legionäre... Danach fahren wir wieder zurück zum Wadi Rum, bleiben sogar am Strassenrand beim Wenden im Sand stecken! Echte Wüste also. Um halb 5 machen wir dann die Geländewagen-Tour durch die gigantischen Sandsteinfelsen von Wadi Rum, leider dürfen da nur allradgetriebene Fahrzeuge rein, die Enttäuschung ist groß, als wir im Schneckentempo in einem Toyota mit Fahrer rumzuzuckeln. Dafür entschädigt uns die Landschaft, verschiedene Farben des Sandes, kleine Blumen im scheinbaren Nichts und die hochaufragenden Sandsteinfelsen. Nachdem wir an einer Felsspalte die vorgegebenen 10 Minuten "Haltezeit" auf eine gute halbe Stunde ausdehnen, sind Fahrer und Beifahrer etwas ungehalten und preschen die restlichen Kilometer jetzt mit erhöhter Geschwindigkeit zurück, der Fahrtwind macht aus unseren Gesichtern Grimassen. Zurück im Camp noch ein bißchen mit den Autos im Sand spielen, dann klettern Edgar und Mariam noch auf den nahegelegenen Berg, um von dort den wunderschönen Sonnenuntergang zu beobachten. Wir beobachten allerdings auch, daß sich unter uns beim Essenszelt ein ungeordneter Haufen Rallye-Leute ballt, gespannt sind wir schon, was es dort wohl Interessantes oder umsonst gibt (sonst drängeln doch die Deutschen nicht ;-), aber wir wollen den nahen Sonnenuntergang nicht aufgeben. Die andern Vier sind ja unten und werden das schon regeln. Und das haben sie auch, als wir wieder vom Berg zurück kommen, erfahren wir, daß man sich auch ein Legionärszelt ergattern konnte (Zweier-Zelte!!! Nach fast einer Woche 6-Bett-Unterbringung auch mal wieder ganz schön J ) Unser Team hat an uns gedacht, und so beziehen wir gleich mal unsere Zelte. Mit echten Betten, Teppich, kleinen Fenstern und am Abend einer kleine Öl-Laterne vorm Eingang. Beim Abendessen Kampf gegen den Wind, der immer die leeren Dosen mitnehmen will, und wir merken, dass uns die ohrenbetäubende Unterhaltungsshow jetzt wohl öfter begleiten wird. Obwohl wir mit dem "Bahnhöfler"-Team ziemlich weit draußen sitzen, ist eine Unterhaltung fast unmöglich. Das Essen war sehr lecker, unter anderem gab es Hähnchenteile, die im Boden vergraben gegart wurden (in Töpfen, ohne Sand-Panade :-)), aber sattgegessen ziehen wir uns lieber mit den anderen zu deren Autos am Parkplatz zurück, trinken noch was, schauen den schönen Sternenhimmel an und lassen es uns gut gehen. Last changed: 22 May 2009 at 22:16 ZurückKommentareKommentieren |
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